Mein Weg zum Funk
Meine ersten Schritte in Richtung Nachrichtentechnik unternahm ich bereits als Kind, als ich eines Jahres zu Weihnachten ein Paar Stabo-Handfunkgeräte geschenkt bekam. 27 MHz-Band, Einkanal AM auf Kanal 14 in orange. Damit klappte auch von Suderwittingen aus schon der Kontakt zu Heimstationen in Wittingen. Aber so ein Handfunkgerät lebt im Kindesalter ja nicht ewig...
Viele Jahre später mit dem zweiten Auto, einem Alfasud, kam ab etwa 1982 das Interesse wieder auf. Doch hielt es auch damals nicht allzu lange an. Es gab in der Region um Wittingen leider ein paar Funkfreunde, die nur auf Sendung gingen, wenn ihr Promillepegel hoch genug zu sein schien. Beim Standmikrofon die Sendetaste verriegelt und dann Minuten langes Gestottere und Gelalle - das war ihre Handschrift. So etwas konnte einem den Spaß am CB-Funk ebenso verhageln, wie das unfreundliche Dazwischen-Gelalle, wenn man mal mit anderen Gesprächspartnern auf eine andere Frequenz ausgewichen war, um dort ungestört klönen zu können.
1984 kam dann der Kontakt zum Not-Funk-Dienst Celle auf. Dort gab es ein interessantes Tätigkeitsfeld: Funk und ehrenamtliche Aufgaben verbunden mit guter Kameradschaft. So wurden unzählige Wochenenden mit der Absicherung von Rallyes und den vielfältigsten anderen Veranstaltungen im norddeutschen Raum verbracht. Nach einiger Zeit wechselte ich dann zum Not-Funk-Dienst Gifhorn. Auch dort war anfangs dieses interessante Aufgabengebiet, dass dort noch um einige andere Aufgaben erweitert war. Doch der Verein änderte seine Hauptaufgaben in eine andere Richtung, so dass ich mich entschloss, die Funkerei erst einmal an den Nagel zu hängen. Mein 70-cm-Betriebsfunkgerät (NöbL für Hilfszwecke) verkaufte ich und das Einzige, was dann noch in meinem Auto Töne von sich gab, war das Radio.
Ein paar Jahre nach der Wende begann ich meinen Nebenjob bei diversen Tageszeitungs-Redaktionen im Isenhagener Land und in der Altmark. Während dieser zwölfeinhalb Jahre entstand auch der Kontakt zu einigen Funkamateuren. Durch die Feuerwehr wurde ich auch auf meinen ersten 2-m-Band-Handtransceiver aufmerksam, dem Alinco DJ-S1E. Schon damit verfolgte ich ab und zu in ruhiger Stunde die Gespräche auf den 2-m-Relais der Region. Langsam keimte in mir der Wunsch nach einer Lizenz der Klasse C. Ich meldete mich zu einem Fernkurs beim Institut Christiani an. Doch nach kurzer Zeit verlor ich das Interesse daran. Irgendwie waren die Lektionen meines Erachtens doch nicht so einfach und verständlich geschrieben. Die Lust schwand.
Erst später kam der Kontakt zu Daniel (DL1OFC) oder besser damals noch DO1OFC auf. Durch ihn lernte ich die Amateurfunk-Szene im Isenhagener Land kennen. Darunter war leider auch ein "selbsternannter" Funkfreund mit selbst kreiertem Rufzeichen. Doch diese Tatsache kam aber dann irgendwann von selbst ans Tageslicht und wurde ein Fall für die Ermittlungsbehörden. Bei einem Fieldday fiel dann in dieser Zeit auch bei mir der Groschen - ja wir hatten zu dem Zeitpunkt noch die gute alte D-Mark: Jetzt wird gepaukt und die Prüfung gemacht. Nach einigen guten Ratschlägen und eigenen Recherchen holte ich mir das Lehrbuch von DJ4UF, damals in der Version für die Klasse 3. In jeder freien Minute wurde das Buch von vorne bis hinten durchgeackert. Der Author ist Berufsschullehrer und hat mit seinen Lehrbüchern Werke geschaffen, die sehr gut verständlich sind. Irgendwann fühlte ich mit fit genug und meldete mich bei der damaligen Regulierungsbehörde für Post und Telekommunikation (RegTP) zur Prüfung an.
